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06.02.2018

Der „Kreuzbund Steinheim“ zu Gast in der OPS

Man könnte eine Stecknadel fallen hören. Kein Flüstern ist zu hören, kein Nebengespräch, kein Kichern – nur das leise Rascheln der Kleidung beim Verändern der Sitzposition. 20 Achtklässler schauen gebannt nach vorn und hören hochkonzentriert zu.

Unnötig zu sagen, dass es nicht mathematische Gleichungen oder der Rütlischwur sind, die die Jugendlichen dermaßen in ihren Bann ziehen. Diese Themen haben nicht die Kraft 20 Münder zum Schweigen zu bringen. Das schaffen nur Themen, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, so wie die Lebensgeschichten Suchtkranker, die heute auf dem Stundenplan stehen.

Insgesamt sechs achte Klassen der Realschule und in diesem Jahr erstmals auch des Gymnasiums erhielten am 29. und 30. 1. die Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkoholkonsum und Alkoholsucht gemeinsam mit Betroffenen auseinanderzusetzen. Durchgeführt wurde der Projekttag vom „Kreuzbund Steinheim“, einer Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige. Er veranstaltet regelmäßig Präventionen an Schulen, aber auch in Vereinen, Firmen, Organisationen und überall dort, wo Bedarf besteht.

Dass das Thema gerade genau zur richtige Zeit kommt, beweisen diverse Untersuchungen: Zwar geht der Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol in Deutschland zurück, nicht aber bei Jugendlichen, sie beginnen immer früher mit dem Alkoholkonsum. Dabei geht laut Suchtexperten ein früheres Einstiegsalter mit erhöhter Suchtgefahr einher. „Kinder, die bereits im Alter von 13 bis 15 Jahren regelmäßig Alkohol trinken, haben ein Risiko von etwa 40%, im Laufe ihres Lebens alkoholabhängig zu werden“, so in der Handreichung des Informationsdiensts für Suchtprävention des Regierungspräsidiums Stuttgart zu lesen.
Dies bietet Anlass genug, sich im Laufe des Projekttages mit Fragen rund um das Thema Alkoholsucht zu beschäftigen: Wie verändert sich meine Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss? Was bewirken alkoholische Getränke in meinem Körper? Welche Konsequenzen hat übermäßiger Alkoholkonsum auf mein Leben und mein Umfeld? Kenne ich meine Trinkgewohnheiten? Kenne ich mein Limit?

In vier Modulen suchten die Schülerinnen und Schüler darauf Antworten. Ein Film informierte sie über die biologischen wie auch die sozialen Auswirkungen von Rausch und Sucht, in einem Quiz konnten sie ihr Wissen über Alkohol und Drogen testen und erweitern. Spannend war für viele die Erfahrung, wie sich die Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verändert. Mit speziell geschliffenen Brillen konnten sie Rauschzustände simulieren und ihre Reaktionszeit testen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich nur halb so schnell reagiere wie im nüchternen Zustand“, gab eine Schülerin nachdenklich zu Bedenken.

Das Highlight für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler waren jedoch die Gespräche mit den Suchterkrankten selbst. Sie ermöglichten, dass mit Fehleinschätzungen aufgeräumt werden konnte: „Ich dachte immer, dass Alkoholismus nur Obdachlose betrifft, dass mir das nie passieren wird, wenn ich nur einen guten Job finde. Doch durch die Erzählungen weiß ich jetzt, dass es jeden betreffen kann und wie schnell man in die Sucht geraten kann.“
So oder so ähnlich ging es vielen Schülerinnen und Schülern. Sie waren beeindruckt von der radikalen Offenheit der Betroffenen, der Authentizität und der Aufrichtigkeit. Auf fast allen Rückmeldebögen war zu lesen, wie tief berührt sie von den Lebensgeschichten waren und wie beeindruckt vom Mut, so offen über das eigene Leben zu sprechen. Was die Kreuzbund-Arbeit ausmacht, ist das Persönliche.

Daher verwundert es nicht, dass das Urteil auf die Frage, ob der Projekttag auch im nächsten Jahr stattfinden sollte, einstimmig ausfiel: „Ja, unbedingt!“



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