Bildquelle: photocase, bls999
OPS Freiberg a.N. - Die Schule mit dem pädagogischen Plus

Oscar-Paret-Schule
Freiberg a.N
Theater-AG
Marktplatz 3
71691 Freiberg am Neckar
Telefon 0 71 41 - 27 82 00
Telefax 0 71 41 - 27 82 18


Leitung:
Gymnasium: Achim Vetter, Katrin Schuhmann
Realschule: Jens Müller

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Schulleben | Kunst & Kultur 

Die Theater-AG der OPS

 Gegründet wurde die AG im Herbst 1984, die erste Aufführung war dann im Sommer 1985. Seitdem liefert die AG jedes Jahr ein abendfüllendes Stück, der Aufführungsort ist immer die Kelter in Beihingen. Die Mittelstufentheater AG führt im Musiksaal 1 der Schule auf. Im Laufe der Geschichte der AG wurde aber auch schon in der Schule, in der Partnerstadt Rosswein, im Glasperlenspiel in Asperg oder bei Jugendtheatertagen an der PH gespielt.



Zur Wahl der Stücke:
Bisher haben wir immer Autorentheater gespielt, d.h. fertige Stücke.
1999 allerdings spielen wir erstmals eine Revue-Collage mit 12 „Dramödien“ – kurze und auch längere Ministücke unter dem Titel: „Wahnsinn des Alltags – Irrsinn der Liebe“. Generell gilt: Ob Fantasy oder fulminantes Kostümdrama, Klassiker oder kühler Western - gespielt wird was gefällt!

Problem: die AG hat einen erfreulichen Zulauf, das hat zur Folge, dass vor allen in den letzten Jahren immer mehr als 20 SchülerInnen spielen wollen. In der Theaterliteratur gibt es aber kaum Stücke für 16 Frauen und 7 Männer! (Achtung, Millionen Internetsurfer! Wer ein solches Stück kennt, soll sich sofort bei mir melden!) Daraus ergibt sich , dass wir die gewählten Stücke in den letzten Jahren immer erweitern mußten, d.h. einen Rahmen drum schreiben, neue Rollen dazu erfinden oder eben ein paralleles Stück daneben setzen, um alle Rollenwünsche zu befriedigen.



Teilnahme:
Die OPS hat zwei Theater-AGs. Die Teilnahme an der Mittelstufentheater-AG unter Leitung von Frau Schuhmann und Herrn Müller ist auf SchülerInnen der Klassen 6 –9 beschränkt und steht allen drei Schularten offen. Ab Klasse 9 können SchülerInnen aber auch in der Oberstufentheater-AG von Herrn Vetter mitspielen. Wir sind stolz, dass alle, die bereit waren, Zeit und Energie in ein Theaterstück zu investieren, bislang immer eine Rolle bekommen haben. 



Ausrüstung:
Nach ärmlichen Anfängen hat die AG vom eingespielten Geld einige Dinge anschaffen können, von denen auch die Stadt , die SMV und andere am Schulleben beteiligte Gruppen profitieren. So haben wir eine ausreichende Anzahl schwarzer Stellwände, 2 moderne Stative, 8 Scheinwerfer, Verstärker, Nebelmaschine, Randleistenleuchten und einen wachsenden Fundus.


Fundus:
In vier engen Kellerräumen stapeln sich die Requisiten und Kostüme: wir haben Kostüme aus einem alten Profifundus aufgekauft und könnten z. B. einen „Götz“, „Jedermann“ oder eine Bauernoper gut ausstatten. 
Außerdem haben wir die Kostüme und Requisitensammlung von zwei ehemaligen freien Gruppen („Lapsus“/ „Botschafter des guten Geschmacks“) geschenkt bekommen.
Hinzu kommt in Jahren gesammeltes Material, das uns KollegInnen oder Freiberger BürgerInnen geschenkt haben. Der Fundus steht allen offen, die an der Schule oder in Freiberg Projekte im Bereich Theater aufführen wollen und wird in immer stärkerem Maße genutzt.



Probenarbeit: 
Wir proben ab September einmal pro Woche ca. 1 ½ bis 2 Stunden. Im Februar / März geht’s dann ein Wochenende nach Rechenberg auf die Burg = Jugendherberge in ein intensives Probenwochenende.

 

 

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Freeze – für’s Theater!

Wieder mal standen die Pfingstferien kurz bevor, aber von nachlassender Motivation war nichts zu spüren. Zumindest nicht bei den 13 Schülerinnen und Schülern der Mittelstufentheater-AG an der Oscar-Paret-Schule in Freiberg am Neckar.
Auf einer schlichten Bühne, auf der nur ein roter Sessel und zwei Holzstühle stehen und einer begrenzten Anzahl an Handrequisiten, wussten alle jungen Schauspieler, dass ihre Worte, ihr Spiel, ihr sicheres Beherrschen ihrer Körper während der Vorstellung das einzige ist, das sie tragen würde. Und der Stoff war kein Einfacher. Kein Geringeres als das Stück „Der eingebildete Kranke“ von Molière sollte es sein, welches im Schuljahr 2016/2017 auf die Bühne gebracht wurde. Viele Monate intensivier Probenarbeit und ein Probenwochenende in Villingen-Schwenningen ermöglichte die Identifikation der Akteure mit ihren Figuren. Und nach all der harten Arbeit brillierte Line Sebert als malader Monsieur Argan (welcher in einer Szene auch von Amélie Siska gespield wurde). Mit viel Stimmgewalt und starker Präsenz leistete sich dieser einen Schlagabtausch nicht nur mit seinem flotten Hausmädchen Toinette (gespielt von Mareike Aupperle und Amelie Gronwald), sondern auch mit seiner Schwester Béraldine (Cleo Schmidt) und seiner, von Emelie Haider wunderbar verachtenswert dargestellten Ehefrau Béline. Diese rechnet fest mit dem Vermögen des Hypochonders und bittet Dana Wagenknecht - in der Rolle der Notarin Frau von Bonnefoy - darum, die Millionen zu verwalten.
Die über 300 Jahre alte Thematik des Stückes ist noch immer brandaktuell. Wie krank macht uns die Medizin und welchen Nutzen haben die Ärzte von den realen wie eingebildeten Krankheiten der Pillen-Jünger. Wie unterschiedlich das Arzt-Patienten-Verhältnis sein kann, illustrierten Paul Kretschmer, Felix Wolf , Lola Link und die unheimlich witzige Katharina Geiger, die auch in der Rolle des Doktor Purgon aufging. Und weil es sich um eine der bekanntesten und meistgespieltesten Komödien handelt, durfte das fin heureuse nicht fehlen. Zwar wurde der Kranke nicht gänzlich geheilt, aber der Schaden, den seine Krankheit anrichtete, behoben, so dass seine geliebte Tochter (gespielt von Juliana Dickenbrock) und Cléante (Felix Göbel) am Ende einer glücklichen Zukunft entgegenblicken durften.
Für viele der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler war dies ihr letzter Auftritt für die Mittelstufentheater-AG. Allzu traurig zurücklassen werden sie ihre Theaterlehrer Jens Müller und Katrin Schuhmann aber nicht, denn sie gehen dem Theater an der OPS nicht verloren, sondern wechseln lediglich in die Oberstufen-AG und sehen so vielen weiteren Möglichkeiten entgegen, in Rollen zu schlüpfen und das Publikum weiter zu unterhalten, wie sie es am 31.05. und am 01.06.2017 taten.

Rechenberg 2016 - Intensive Probentage vom 28. – 30. Januar 2016

Erster Tag:

Wie alle Jahre wieder hieß es auch 2016 für die beiden Theater AGs der OPS: ab nach Rechenberg zum Probenwochenende!
Wenn auch unvollständig (Ina, wir haben dich vermisst!) ging es am Donnerstagmorgen des 29. Januars pünktlich in der Früh los.
Die Busfahrt verlief (zur Freude der Lehrer) noch relativ ruhig und ereignislos. Doch dann…
Kaum in Rechenberg angekommen stürzte sich schon die Herde wilder, hormongesteuerter Gorillas, ähm… Jugendlicher auf ihre Zimmerschlüssel, um die dahinterliegenden Räumlichkeiten im Laufe der kommenden drei Tage so zuzurichten, dass man sich praktisch nicht wiedererkennen könnte (Handtücher und Schokopapierchen müssen hierbei gekonnt drapiert werden). Ein schnell verschlungenes Mittagessen und es ging los. Der Großteil des Nachmittags wurde geprobt (Columbus tanzte über die Bühne, Long John Silver zückte den Dolch) – und in den Köpfen machte sich die Sehnsucht nach der „Bar“, dem Wirtshaus des Dorfes, dem legendären „Rössle“ breit. Denn besser als Theater ist nur eines: ein gutes, schwäbisches Zusammenkommen bei einer kühlen Sprite! Denn die Geschichten, die dort am Tisch (und später im Dunkel des Zimmers) erzählt wurden, sind die, an die man sich auch noch Jahre später erinnern wird. Und bereits an diesem Abend war allen klar: „Mensch, des wird schee!“

Zweiter Tag:
Um 8:00 Uhr erschienen die ersten müden Gesichter nach einer langen durchquatschen Nacht zum Frühstück, welches wie immer die ersten Lebensgeister weckte und fit machte für das gemeinsame Warm-Up. Danach trennten sich die beiden Gruppen und es ging weiter mit den Proben. Während die Eine AG Columbus auf die Bühne lies, tobte bei den Anderen eine wilde Seeschlacht.
Nach dem Mittagessen traf man sich zum gemeinsamen Spaziergang rund um die schöne Burg Rechenberg, um die Wälder und Wiesen zu erkunden und um eine Pause von den vielen Proben zu haben. Dennoch – ab 14:30 Uhr gibt es dann bis zum Kaffeepäuschen weiter auf der Probebühne und am Abend, da hieß es auch schon „Vorhang auf!“, denn traditionell präsentiere die Eine AG ihr bisher Geprobtes und Inszeniertes zum ersten Mal vor fachkundigem Theater-AG-Publikum. Um diesen erfolgreichen Tag zu feiern,  ließen wir ihn dann gemeinsam im Rössle ausklingen.

Dritter Tag:
Nach einer letzten Nacht voller Gruselgeschichten und Getuschel von Stockbett zu Stockbett, fanden sich die beiden Gruppen etwas verschlafener als noch am Tag zuvor im großen Speisesaal zum Frühstück ein. Es war wie immer super lecker!
Nach Herrn Vetters Ankündigung ging es nach der Stärkung auf die Zimmer, die ausgeräumt und geräumt werden mussten. Und dann hieß es auch für die Anderen „Ruhe im Off – Bühne frei!“ Sie zeigten drei Szenen aus ihrem Stück „Die Schatzinsel“ und freuten sich  nach 40 Minuten Bühnenzeit über den ersten Applaus des Jahres.
Da Frau Schuhmann versehentlich den Bus zu spät bestellte, hatten wir danach einer Feedback runde noch drei Stunden Zeit im Rechenberg. Ein großer Teil der AGler entschied sich die verbleibende zeit im Speisesaal zu verbringen. Dort spielten sie ein blutiges „hoch produktives und wahnsinnig lustiges“ Münzspiel, das den gruseligen Namen „Die rote Münze“ trägt.
Ein kleiner Rest bestehend aus Frau Schuhmann und vier weiteren entschieden sich jedoch einen, am vorherigen Tag entdeckten Waldweg zu erkunden. Der Weg führe die kleine Gruppe tief in den Wald. Zuerst ging es steil nach oben und dann immer tiefer in die Rechenberger Wildnis – die Jugendherberge war schon lange nicht mehr in Sicht. Nach einem eineinhalbstündigen Marsch über Hügel und Felder, durch Matsch und Morast erreichte die Gruppe aber doch wieder die Burg, wo das Münzspiel noch immer in vollem Gange war.
Nachdem dann die Vetterschen AG letzte Termine absprach ereilte uns die erfreuliche Nachricht, dass der Bus doch schon da sei und wir konnten endlich unsere Requisiten und Koffer verstauen und es uns in den Bussitzen bequem machen. Doch wo waren Kevin und Tom? Sie fehlten und waren nirgends zu finden. Herr Müller aber, der schnell eins und eins zusammenzählte, schlussfolgerte, dass wenn beide keinen Handyempfang haben, müssten sie im Tischtenniskeller sein, fand die Jungs. Und so stand der Rückfahrt nichts mehr im Wege und wir können nur noch sagen: Danke Rechenberg! Es war wie immer schön bei dir!

„Die Schatzinsel“

Ganz neu und doch klassisch, so wurde vor den Pfingstferien 2016 Stevensons Stück auf die Bühne gebracht. Mit viel Engagement und Präsenz zeigten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler der Mittelstufentheater-AG Trunkenheit, Komik, Spannung und Dramatik. Ein Fest für alle, die sich an den beiden Aufführungstagen in die Welt der Piraten haben entführen lassen.

Viel Gelächter und tosender Applaus für die Mittelstufentheater-AG der Oscar-Paret- Schule

Freitag 16. und Samstag 17. Mai 2014

Viel Gelächter und tosender Applaus für die Mittelstufentheater-AG der Oscar-Paret- Schule

Am Wochenende verwandelte sich der Musiksaal der Oscar-Paret-Schule in den kleinen Salon der Familie Middlesome. George und seine Frau Ellen (gespielt von der mutigen und talentierten Ronja Merlau und der umwerfend authentischen Selina Leicht), liebenswerte und äußerst ehrenwerte Mitglieder des englischen Adels, standen vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens: zu sterben um das geliebte Anwesen zu retten, oder verarmt weiterzuleben. Nach diversen verunglückten Selbstmordversuchen beauftragte George, schließlich ein chaotisches aber doch sehr liebenswertes Gaunerehepaar (wunderbar komisch und glaubhaft dargestellt von Julia Kramer und Tom Seitzer). Doch auch so war das Sterben nicht allzu leicht. Denn die Gauner wurden nicht nur von der äußerst herrischen Tante Martha und ihren drei Bridge Damen verwirrt (Annika Buhl brachte die Rolle der Martha Gladstone zum Strahlen und auch Danja Zain, Lisa Baumgart und Georgia Poirazis waren die perfekte Besetzung), sondern auch von der Polizei in Schach gehalten (Carina Rentschler und Marlon Schacherl brillierten in den Rollen der Staatsgewalt).

Wer jetzt aber glaubt, dieses todernste Stück hätte nicht auch die Herzen der Zuschauer berührt, der irrt. Für den nötigen Funken Romantik sorgten nämlich Anke Raab und Carina Rentschler, die in den Rollen des Konkursverwalters und des Hausmädchens ihre Liebe zueinander entdeckten – und das inmitten der Gefahr für Leib und Leben.

Die beiden Vorstellungen des Mittelstufentheater-AG kamen so gut beim Publikum an, dass Frau Bender-Strähle, Schulleiterin der Abteilung Realschule spontan eine dritte Vorstellung speziell für alle sechsten Klassen der Realschule anberaumte. Und so wird es auch am Montag 19. Mai noch einmal heißen: Bühne frei für den englischen Landadel, der - wie es Colin Höcht in der Rolle des Buttlers Mortimor so schön sagt „Ehre und Anstand“ beweist.

Inszeniert wurde das Stück „Neu im Mordgeschäft“ von Katrin Schuhmann und Jessica Layher, die ein Jahr lang die Proben betreut haben. Unterstützung fand das Team bei Jens Müller, Achim Vetter und Céline Schwarz.

Wer Lust bekommen hat, an der OPS auch in die Mittelstufen-Theater-AG einzusteigen, der meldet sich bei Frau Schuhmann. Für die neue Spielzeit werden noch Schauspieler aus den Klassen 6, 7, 8 und 9 gesucht.

 

 

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Theater-Probentage auf dem Rechenberg - Ein etwas anderer Bericht

Ein rauer Donnerstagmorgen in Freiberg. Wir schrieben den 23. Januar 2014. Ermüdet von der täglichen Routine des Schulalltags blickte ich mich um und entdeckte eine Karawane von Schülern. Nun erkannte ich sie. Ich wusste, ich bin eine von ihnen. Ich schloss mich ihnen an und stieg mit ihnen in einen Bus. Ich setzte mich zu meinen Freunden und es bedarf keiner Worte, um zu verstehen zu geben, dass diese nächsten drei Tage fernab der Heimat drei schöne Tage werden würden.
Schon erklang die kehlige Stimme eines unserer Intendanten. Die jährliche Ansprache begann und mit ihr die Fahrt nach Rechenberg. Während der Fahrt wich mein Blick ab von den aufgeregten Menschen im Bus nach draußen, hinaus in die Freiheit. Ich erblickte Wälder, grüne Berge, weite Felder. Weiter entfernt sah ich eine sich anmutig erhebende Lerche, welche über die Baumkronen hinweg gen Westen flog. Ich hing meinen Gedanken nach, als sich plötzlich eine zarte Hand auf meine Schultern legte, leicht und unbeschwert. Eine ebenso zarte Stimme verhieß mir die Ankunft. Ich erhob mich und stieg aus dem Bus. So sollte es beginnen. Ein Glücksgefühl durchströmte meinen Körper, als ich unsere Zimmertür öffnete. Ein Hauch von freudiger Erregung durchfuhr mich. Ich war bereit, meine Rolle in dem Stück zu spielen.

Als wir mit dem Proben begannen, wussten wir, es würde eine lange, beschwerliche Reise werden, doch wir würden ebenso durch ein großes, helles, Erfolg bringendes Licht am Ende des Tunnels belohnt werden. Ich war mir nicht bewusst, wie viel Kraft es kosten würde, doch schon bald erhoben sich die ersten müden Geister über den Köpfen der erschöpften Schauspieler. Es war Zeit für den Kaffee.
Mit neuem Schwung sollte die zweite Hälfte der Proben am Nachmittag beginnen. Es waren noch zwei Stunden bis zum Abendessen, doch die Massen wurden unruhig. Der Kaffee hätte doch nicht sein sollen und es wurde beschlossen, für den nächsten Tag mehr Tee zu bestellen.
Der Abend gestaltete sich als fröhliches Beisammensein, sei es im Gemeinschaftsraum bei selbst angestimmter Musik oder in der nahe gelegenen Gaststätte.
Die erste Nacht brach an und aus Abend wurde Morgen.

Der zweite Tag begann.
Müde drehte ich mich auf die Seite und vernahm ungewohnte Klänge. Das Tuscheln, vermischt mit leiser Musik und trappelnden Füßen. Ich machte mich auf in den Speisesaal, vorbei am English-Table, da ich nicht darauf erpicht war, schon am frühen Morgen mein Sprachzentrum dermaßen zu beseelen. Mein Blick wanderte über die Köpfe der Einen und Anderen hinweg auf der Suche nach meinem Rudel. Als sich mein Blick auf sie richtete, erhellte sich mein Gesicht und alle Müdigkeit schien von mir zu weichen. Ich setzte mich zu ihnen und nahm mein Frühstück ein.
Die Proben sollten schon um neun Uhr beginnen. Es blieb nicht viel Zeit für ausführliche Gespräche. Kurz nach neun trudelten auch die letzten im Proberaum ein. Nach einer gemeinsamen Aufwärmrunde trennten sich die zwei AGs. Nun sollte jede AG ihrem eigenen Stück nachgehen.
Doch die gestrige Müdigkeit schien nicht ganz vergessen. Es schien , als würde ein Dämon jegliche Energie aus den Körpern der Darsteller entziehen. Nun bereuten die Verantwortlichen den Mangel an Kaffee und so begab es sich zu dieser Zeit, dass eine Schlafstunde einberufen wurde, um neue Kraft zu tanken und um die müden Dämonen abzuschütteln.
 Die zweite Hälfte der Probe gestaltete sich deutlich angenehmer. Ich spürte die neugewonnene Energie, die dem Raum eine positive Aura verlieh. Nicht nur ich spürte es -nein- auch die anderen. Man könnte die Probe als eine Art Erdfluss beschreiben,  eine Szene ging in die nächste über, problemlos. Ich und die anderen wussten: Es war so weit, die eine Gruppe konnte ihr Stück präsentieren.
Als dies vollbracht war, wurde ein erneuter Aufbruch in die besagte Gaststätte beschlossen. Dort erhellten wir die Räume mit Geschichten und Anekdoten aus vergangenen Zeiten. Warmes Gelächter ritt durch den Saal, bis auch der letzte Gast ein freudiges Lächeln auf den Lippen trug.
Zu später Stunde, für manche auch zu sehr später Stunde, wurde das zu Bette gehen eingeleitet.
Abend wurde zu Morgen.

Der dritte und letzte Tag begann.
Für einige kam der Morgen schneller als gewünscht, die Glieder sträubten sich gegen die Bewegung des Aufstehens, es war nahezu unmöglich. Ich streckte mich und begab mich auf den bekannten Weg hinauf zum Frühstück. Ich setzte mich auf meinen Platz. Es war zu schwer, ich konnte mich nicht dran erinnern, wie lange ich geschlafen hatte. Ich wusste nur, dass es weniger als die zwölf notwendigen Stunden gewesen waren. Doch wusste ich ebenso, dass heute die andere Gruppe ihr Stück zum Besten geben würde. Ich war tief entspannt, der Tunnelblick, der mich seit dem Morgen eingeengt hatte, löste sich. Und ich machte mich auf.
Im Rittersaal der rechenbergschen Burg, denn dort sollte das zweite Stück stattfinden, angekommen, ließ ich mich mit meinen Kumpanen nieder. Das zweite Stück begann.
Ich kann es nicht anders beschreiben, aber ich war stolz. Ich wusste, unser Ausflug hatte sich gelohnt.

Als ich wenige Zeit später in den Bus, der gen Heimat fuhr, einstieg und mich zu meinem Rudel setzte, blickte ich ein letztes Mal zur Burg, betrachtete unser Werk und wusste, es war gut.

Leonie Baumann und Ina Karsch

Stücke die wir gespielt haben

Für weitere Infos Jahreszahl anklicken.

1985: "Die Bauernoper" (Y. Karsunke)
1986: "Lysistrata" (Aristophanes)
1987: "Turandot" (B.Brecht)
1988: "Sommernachtstraum" (die Fried-Übersetzung)
1989: "Der tollste Tag oder: Die Rückkehr der Sophie la Pierre" (Beaumarchais / Turrini / Walter Mossmann / Chr. Rehmenklau)
1990: "Besuch der alten Dame" (Dürrenmatt)
1991: "Das Orchester" (Jean Anouilh)
1991: "Voll auf der Rolle" (L.Ossowski)
1992: "Die Bettleroper" (J.Gray)
1993: "Der eingebildete Kranke" (Molière)
1994: "Was ihr wollt" (wieder die Fried-Übersetzung)
1995: "Eine Frau ohne Bedeutung" (O.Wilde)
1996: "Der Ritter vom brennenden Stössel" (Beaumont/Fletcher)
1997: "Freiheit in Krähwinkel" (Nestroy)
1998: "Scherz, Satire, Ironie und gute Unterhaltung" (Grabbe)
1999: "Wahnsinn der Liebe – Irrsinn des Alltags"
2000: "Der Kreidekreis" (nach Brecht)
2001: "Siebentens : Stiehl ein bißchen weniger" (Dario Fo)
2002: "Macbett/th"  (Ionesco, Shakespeare und wir)
2003: "Volpone" (Ben Jonson)
2004: "Der Geizige" (Molière)
2005: "Romulus der Große" (Dürrenmatt)
2006: "Lysistrata" (Aristophanes)
2007: "Die lustigen Weiber von Windsor"
2008: "Weiberklatsch" (Goldoni)
2009: Ein Sommernachtstraum (nach W. Shakespeare)
2010: Polly oder die Schlacht vom Bluewater Creek (nach P. Hacks)
2011: Faust (nach J.W. v. Goethe)
2012: Das magische Licht (nach U. Winkelmann)
2012: Gott (nach W. Allen)
2014: Neu im Mordgeschäft
2015: Englisch Hoch Drei
2016: Die Schatzinsel (frei nach R.L. Stvenson)
2017: Der eingebildete Kranke
2018: Fräulein Ophelias Schattentheater (frei nach Michael Ende)

 

 

 

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